Dienstag, 29. November 2016

Gelesen im November und Neuerscheinungen im Dezember 2016

Hallo ihr Lieben!
Immer wenn ich einen dieser Monatsabschlussposts schreibe, denke ich mir: Wo ist die Zeit schon wieder geblieben? Noch ein Monat, dann ist 2016 schon wieder an uns vorbeigezogen! Erfreulicherweise habe ich es dieses Jahr trotz erheblich mehr Stress im Vergleich zu 2015 tatsächlich geschafft, gut dabei zu bleiben, sodass ich meine Jahreschallenge von 80 Büchern im Dezember noch erreichen dürfte.

Gelesen im November 2016: 8



3. Hot Ticket (Sinners on Tour #3) von Olivia Cunning (3/5 Sterne)

4. Take me to Paradise (Sinners on Tour Encores #1) von Olivia Cunning (4/5 Sterne)

5. Six of Crows (Six of Crows #1) von Leigh Bardugo (5/5 Sterne)

6. Angels' Blood (Guild Hunter #1) von Nalini Singh (Reread, 5/5 Sterne)


8. Archangels' Heart (Guild Hunter #9) von Nalini Singh (4/5 Sterne)

Ich kann es selbst kaum glauben, aber das Monatshighlight dieses Novembers ist ein Jugendbuch: Six of Crows hat mich absolut umgehauen. Ich habe der Autorin jeden Charakter, jede Plotentwicklung abgenommen und das Buch bzw. die Figuren (Inej! Kaz! Nina!) einfach nur zu Tode geliebt. Mehr davon!
Absoluter Flop war Twisted Palace, der wirklich unwürdige Abschluss der The Royals-Reihe. Im Nachhinein betrachtet war es wirklich Zeitverschwendung, das Buch komplett durchzulesen. Ich hätte nach einem Viertel einfach zur letzten Seite blättern und dort die Auflösung lesen sollen und fertig. Wirklich schade.

Gesehen im November:
Castle (Staffel 6, Staffel 7 bis Folge 12): Ich merke tatsächlich, dass es - wie prophezeit - langsam bergab geht mit einer meiner Lieblings-Crimeserien. Die Verzögerung der Hochzeit fand ich leider sehr unnötig und anstrengend, die ersten Fälle der Staffel 7 waren unerwartet stark, doch jetzt, wo Castle nicht mehr mit Beckett arbeiten darf, bin ich irgendwie raus. Bin gespannt, wie das weitergeht. Von Staffel 8 wurde mir ja bereits eindringlich abgeraten, aber ich werde sie selbstverständlich trotzdem schauen.

Gotham (Staffel 1): DC und Serien ist für mich anscheinend der ultimative Garant für gute Unterhaltung. Ich war etwas skeptisch, da ich kein übermäßiger Fan des Batman/Gothamfranchises bin, aber die dunkle Crimeserie hat genau meinen Geschmack getroffen. Dagegen kommt Marvel mit Agents of S.H.I.E.L.D. usw. definitiv gar nicht an.

Dr. Strange (Film): Filmtechnisch dagegen begeistert mich Marvel in den allermeisten Filmen mehr als DC. Dr. Strange fand ich (nach dem schwächeren Civil War) wieder überraschend gut. 3D hat sich hier mega gelohnt, die Effekte sind absolut spektakulär, Benedict Cumberbatch hat ebenfalls geglänzt. Wie immer war der Antagonist etwas schwach und eindimensional, aber damit muss man sich wohl langsam abfinden.

Magische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Film): Vom Plot her etwas schwach und Tina und z. T. auch Newt blieben etwas flach im Charakterdesign - obwohl gerade Eddie Redmayne mir von der Sache her in der Rolle gut gefallen hat. Viel stärker berührt hat mich der Nebenstrang mit der süßen Annäherung zwischen Jacob und Queenie. Der Streifen begeistert auf der anderen Seite ebenfalls mit tollen Bildern und Animationen der Tierwesen und ich bin gespannt, was uns in den nächsten Jahren noch erwartet.

Der Blog im November:
Es gab Rezensionen zu Magic Binds von Ilona Andrews und Ein Käfig aus Rache und Blut von Laura Labas zu bestaunen und ich habe ein wenig über meine Vorliebe für das Musik hören beim Lesen erzählt.

Leben, Lesen und Bloggen im Dezember:
Der Dezember wird eine kleine Verschnaufpause für mich. Ich freue mich, dass ich diesen kleinen Luxus der Stressreduzierung in der Weihnachtszeit genießen darf. Zwischen Adventsessen und Weihnachtsfeiern mit Freunden und Familie, Weihnachtsmarkt- und Einkaufsbummeln und Weihnachtsvorbereitungen habe ich für die schönen Dinge des Lebens dann bestimmt einiges an Zeit. Das ist allerdings auch gut so, da ich mir frisch eine Playstation 4 angeschafft habe. Mein Laptop macht die neuen Spiele von der Grafikkarte und der benötigten Arbeitsspeicherleistung her einfach nicht mehr mit und da ich kein Geld in einen "Gamer-PC" investieren wollte, kamen mir die Black Friday-/Cyber Monday-Angebotswellen (war das schlimm dieses Jahr, oder habe ich es bloß besonders intensiv mitbekommen?) gerade recht. Daher kann ich nun endlich Rise of the Tomb Raider spielen und werde dies auch exzesshaft tun, nehme ich an *lach*.
Buchtechnisch habe ich nichts festes geplant. Crooked Kingdom wird bestimmt dran glauben müssen, weil Six of Crows so genial war und mich einfach nicht loslässt. Und vielleicht lese ich mal wieder in der Alien-Reihe weiter, da nun im Dezember ja schon Band 14 erscheint.

Interessante Neuerscheinungen im Dezember 2016:



Bereits vorbestellt habe ich die Novelle The Pale Dreamer von Samantha Shannon. Ich warte bereits so lange auf Neues aus der Bone Season-Reihe, dass ich selbst die Novelle freudig erwarte, da der dritte Band ja leider von November auf März nächsten Jahres verschoben wurde. Die zeitlichen Abstände sind leider in dieser Reihe sehr groß, was ich nicht wirklich in Ordnung finde, da man dadurch aus dieser komplexen Welt total raus ist, ehe mal was Neues da ist.
Zu Weihnachten schenken lassen bzw. von geschenkten Gutscheinen kaufe werde ich mir selbstverständlich Der letzte Schwur von Nalini Singh und auch auf Tempting Love und Flames of Love bin ich recht gespannt. Doch ob ich einen der beiden letzteren Titel ausprobiere, das hängt ganz von meiner Laune ab.

Ich wünsche euch eine besinnliche und entspannte Adventszeit!
Liebe Grüße, eure Jasmin.

Montag, 21. November 2016

Die Wissenschaft des Lesegenusses: Buch und Musik

Hallo ihr Lieben!
Eines schönen Nachmittags irgendwann letzte Woche fragte mich meine Freundin und Mitbewohnerin völlig entgeistert: Wie zur Hölle kannst du so lesen?!

Sie spielte darauf an, dass ich in der Mehrzahl der Fälle nicht lese, ohne das nebenher Musik läuft. Diese Diskussion ist wahrscheinlich so alt wie der klassische Buchmensch-reflektiert-über-seinen-eigenen-Literaturgenuss-Post, wird aber trotzdem nie langweilig, denn jeder hat andere Beweggründe für seine Lesegewohnheiten (der Vollständigkeit halber hier noch die neudeutsche Bezeichnung, damit ich nicht ganz so oldschool rüberkomme: reading habits).

Ja, liebe Leute, ich bin eines dieser Generation Y-Kinder - offensichtlich kann ich die Stille nicht ertragen, komme ohne Mediengenuss und Hintergrundrauschen vielfältiger Art nicht aus, brauche jeden Tag eine andere Playlist auf Spotify/Deezer/iTunes. Wäre das hier eine andere Art Post, würde ich mich mit dieser Tatsache durchaus mal kritisch auseinandersetzen, denn ganz unbedenklich ist das auch nicht. Stattdessen hier eine kleine persönliche Anekdote zum Verhältnis von Mensch und modernen Medien: Selbst meine Mutter kriegt die Krätze, wenn sie bei ihren eigenen Eltern auf dem Land kurz vor dem Rand der Welt zu Besuch ist und tagelang nur die Wahl zwischen 32 kBit/s-Internet (also im Endeffekt keinem Internet) und Schlagerboom-Wiederholungen auf ARD hat. 

So kommt es jedenfalls, dass so mancher Mensch nur den Kopf schütteln kann, wenn ich zu Büchern Musik höre - oder zu Musik Bücher lese. Für mich jedoch ist das ganz natürlich: Ich verbinde mit Musik Emotionen, jedes Lied vermittelt eine Atmosphäre oder Stimmung und spätestens nach den ersten hundert Seiten eines Buches habe ich eine Playlist versammelt, die fortan mehr oder weniger stark mit eben jener Geschichte verknüpft sein wird.

Gewissermaßen erhält bei mir jedes Buch einen eigenen Soundtrack. Die Zusammenstellung mag davon beeinflusst sein, was ich in eben jenen Momenten sowieso gerade höre, doch auch Setting und Stimmung des Buches beeinflussen sie genauso stark. Manchmal passen Lyrics oder Melodie - oder schlicht und einfach die von mir ganz persönlich wahrgenommene Atmosphäre des Liedes - besonders gut zum Buch.

Das tolle daran ist, dass besonders "prägende" Lieder und Geschichten für mich noch jahrelang miteinander verbunden bleiben. Ich weiß heute noch, dass ich zu Höllenritt (Dante Valentine #2) von Lilith Saintcrow Please Don't Go von Mike Posner gehört habe. Mit Cress bzw. Wie Sterne so golden (Lunar Chronicles #3) von Marissa Meyer verbinde ich besonders stark Beggin for Thread von BANKS (Gryffin & Hotel Garuda Remix) und Victory von Sound Remedy feat. Evvy. Sias Fire meet gasoline wird mich immer an A Court of Thorns and Roses von Sarah J. Maas erinnern. 

Wenn man bedenkt das ich beispielsweise Höllenritt schon 2011 gelesen habe, ist es schon beachtlich, dass dieses Lied noch immer so stark mit der Geschichte und teilweise mit einzelnen Szenen daraus verknüpft ist.
Vielleicht erinnern sich die ganz alten Hasen noch daran, dass ich zwecks Abitur-Prokrastination im Januar/Februar 2012 sämtliche Harry Potter-Bände am Stück verschlungen habe. Dazu habe ich das gesamte Album Ceremonials von Florence + the Machine auf Replay gehört. Immer und immer wieder. Noch heute erinnert mich No Light, No Light an Dobbys Tod. Für mich haben das magische Harry Potter-Feeling und diese für mich leicht übernatürliche ätherische Stimmung des Florence-Albums extrem gut harmoniert - und das ist noch heute so.

Zu bedenken ist dabei natürlich, dass der Replay-Button und ich eine never ending lovestory sind. Finde ich ein Lied wirklich gut, dann überhöre ich mich nur sehr selten daran und kann es stundenlang am Stück und auch nach Jahren immer noch gern hören.

Wie geht es euch mit Musik und Literatur? Genießt ihr sie getrennt oder verbunden?
Welche Lesegewohnheit auch immer die eure ist: erfreut euch daran und bleibt anderen gegenüber tolerant - denn Geschmäcker sind eben verschieden. ;)
Liebe Grüße, eure Jasmin.

Freitag, 11. November 2016

Rezension "Magic Binds" von Ilona Andrews

©Goodreads
Rezension
Magic Binds
von Ilona Andrews

Ace
ASIN: 
B01AHKXIB0
eBook mit ca. 336 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Urban Fantasy
Preis: ca. 9,99 €

Reihe: Kate Daniels #9
1. Magic Bites | Die Nacht der Magie
2. Magic Burns | Die dunkle Flut 
...
8. Magic Shifts | Ein neuer Morgen
9. Magic Binds | Unheiliger Bund (ET: 28.06.2017)
10. - noch kein Titel - (ET: Herbst 2017)


Inhalt
Kate and the former Beast Lord Curran Lennart are finally making their relationship official. But there are some steep obstacles standing in the way of their walk to the altar…
Kate’s father, Roland, has kidnapped the demigod Saiman and is slowly bleeding him dry in his never-ending bid for power. A Witch Oracle has predicted that if Kate marries the man she loves, Atlanta will burn and she will lose him forever. And the only person Kate can ask for help is long dead.
The odds are impossible. The future is grim. But Kate Daniels has never been one to play by the rules…©Goodreads

Meine Meinung
Kate Daniels (oder sollte ich Kate Lennart sagen?) ist das Beste, was die Urban Fantasy zu bieten hat. Punkt. Und diesmal bekommen wir sogar ein waschechtes (zwischenzeitliches) Happy End, dass mir einen kleinen Fangirl-Moment verschafft hat, den ich tief in meinem Leserherz aufbewahren werde.

Wo der letzte Band ein Interlude war, ist Magic Binds deutlich anzumerken, dass es nun auf den (zumindest nach momentanem Stand) letzten Band zugeht. Bereits in den ersten Kapiteln schafft es Andrews durch eine sehr düstere Vorhersage, die Spannung praktisch durch die Decke schießen zu lassen und kann diese dann tatsächlich kontinuierlich bis zum Ende durchhalten. Die Action- und Kampfszenen sind wie immer meisterhaft und fesselnd geschrieben, der Endkampf war erneut episch - auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er ein wenig mehr erzählte, als dass er Kates Handlungen wirklich gezeigt hat. Andererseits passte das gut zu der etwas jenseitigen Atmosphäre eines Kampfes zwischen zwei übermenschlich starken Seiten.

Währenddessen muss Kate nicht nur einen Ausweg aus dieser neusten Katastrophe finden, sondern auch um ihre eigene Identität ringen. Ihre Magie nimmt in ihrer Stärke immer weiter zu und bringt die dunkle Seite in Kate hervor, die nach Macht und Herrschaft hungert. Das ist meines Erachtens unvermeidlich gewesen und macht Kates Charakter um eine weitere Nuance tiefgründiger und realistischer. 

Gott sei Dank muss sie dieser Herausforderung nicht allein entgegentreten. Wirklich überraschende Plot Twists bringen ihr interessante neue Verbündete ein, die im unausweichlichen Finale dringend nötig sind. 
Daneben treffen wir natürlich auf unsere geliebte Crew. Curran steht stark und vor allem ausdauernd an ihrer Seite und nimmt Kate weiterhin so an, wie sie ist, ruft sie aber auch wach und zur Ordnung, wenn sie es braucht. Er beweist erneut, dass er um jeden Preis zu Kate hält.
Glücklicherweise hatte ich das Gefühl, dass die Nebencharaktere wieder eine essenziellere Rolle spielen als im Vorgängerband. Vor allem Christopher rückt in den Fokus - endlich erfahren wir mehr über ihn und seinen Background. Gleichzeitig sehen wir dadurch auch mehr von Barabas. Andrea hat einen besonders dramatischen Auftritt, wir sehen viele alte Gesichter aus dem Rudel wieder - auch wenn ich Jim gern in den Hintern getreten hätte. Und dann haben wir den besten Nebencharakter dieses Bandes: Roman. Er sorgt für mehrere witzige Szenen und wird zur gleichen Zeit auch ein aktiver Akteur. Ich hoffe, er wird Kate auch ins Finale begleiten.

Die "Vater-Tochter-Beziehung" (wenn man sie denn so nennen will) ist auch in diesem Band wieder sehr fesselnd und faszinierend - auf eine groteske Art und Weise. Roland umgibt eine derart andersartige Atmosphäre, die durch die in Magic Binds zu Tage tretenden Details zur ursprünglichen Heimat von Kates Linie nur noch verstärkt wird. Zum einen lernt Kate dadurch ihren eigenen Ursprung kennen, zum anderen offenbart sich dadurch, was sein könnte, wären Vater und Tochter nicht zwei Seiten einer Medaille und unwiederbringliche Feinde.

Fazit
Ein Meisterwerk der Urban Fantasy - so wie die ganze Kate Daniels-Reihe. Mehr Spannung, Action und Kick Ass, mit einem starken Cast aus Haupt- und Nebenfiguren und einer wundervollen Prise Romantik geht nicht. Ilona Andrews weiß zu begeistern!

5 von 5 Buchwelten

Neugierig geworden?
Mehr zu "Magic Binds": GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autorin

Sonntag, 6. November 2016

Rezension "Ein Käfig aus Rache und Blut" von Laura Labas

(c)Goodreads

Rezension
Ein Käfig aus Rache und Blut
von Laura Labas

Drachenmond Verlag
ASIN:  
B01KJRW51K
eBook mit ca. 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: (Jugend-)Urban Fantasy
Preis: 3,99 €

Reihe: Ein Käfig aus Rache und Blut #1
1. Ein Käfig aus Rache und Blut
2. Ein Thron aus Knochen und Schatten (ET: Februar 2017)




Inhalt
Nach dem grausamen Mord an ihrer Familie wird Alison Talbot von ihrer Tante zur Jägerin ausgebildet. Von nun an streift sie durch die Rayons und tötet Dämonen, die die Erde erobert und zerstört haben. Allein der Wunsch nach Vergeltung treibt sie an.

Eines nachts wird sie von Dämonen entführt und zu Dorian Ascia gebracht, König einer der 21 Dämonenstädte, der ihr ein einzigartiges Training anbietet. Obwohl Alison ihm misstraut, nimmt sie das Angebot an. Fortan wird sie von dem Dämon Gareth trainiert, der sie nicht nur in den Wahnsinn treibt, sondern sie auch an ihrem Weltbild zweifeln lässt. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto schwerer fällt es ihr, sich zwischen Rache und längst verloren geglaubten Gefühlen zu entscheiden.(c)Goodreads

Meine Meinung
Man sollte den Leuten beim Drachenmond Verlag mal eine fette Schachtel Pralinen schenken als Dankeschön für ihren untrüglichen Sinn für gute Fantasy-Geschichten. Ich klassifiziere das Genre mit Absicht nicht näher, weil es für mein Dafürhalten zwischen mehreren Genren changiert. 

In Ein Käfig aus Rache und Blut folgen wir Alison Talbot, einer durchaus Urban Fantasy-würdigen Kick Ass-Heldin, die viel einstecken muss und trotzdem willensstark und sturköpfig - und sich damit treu - bleibt. Sie ist eine junge Erwachsene mit viel Mut und Wut in sich, Handlungen bzw. Mundwerk zeigen sie für meinen Geschmack jedoch manchmal noch etwas teeniehaft-jung, weswegen sie für mich noch in die Rolle der toughen Jägerin, als die sie dargestellt wird, hineinwachsen muss. Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung in kommenden Bänden vonstatten gehen wird. Von dieser Warte her ist es also eine Art Jugend/Young Adult-Urban Fantasy, falls es die denn gibt.

Die gesamte Geschichte zentriert sich sehr stark um Alison als Protagonistin, die Nebenfiguren waren für mich leider bis über die Hälfte hinaus eine kleine Schwäche der Geschichte. Gareth, gewissermaßen Alisons Gefängsniswärter, spielt zwar von Anfang an eine große Rolle, aber ich bekam ihn erst in den letzten 15 oder 20 % der Geschichte wirklich zu fassen. Vorher war er flach, da seine Motive komplett im Dunkeln blieben. Er war mir recht egal. Das besserte sich wie gesagt erst gegen Ende, wo er Charakter entwickelt und wirklich mit Alison in Interaktion gerät.
Dorian Ascia, der letztendlich Alisons Gefangenschaft zu verantworten hat, ist potenziell als sehr interessante Figur angelegt, aber auch er bleibt irgendwie undurchdringlich und fern. Einzig wirklich sympatische Nebenfiguren waren von ihrem Auftauchen an Evan, Alisons Exfreund, aus dessen Perspektive ein kleiner Nebenstrang erzählt wird, und Noah, ein Trainer und gegen Ende ein Freund Alisons.
Ich hoffe darauf, die Nebenfiguren in kommenden Bänden besser kennenzulernen, sodass sie etwas mehr Tiefe erhalten und zu echten Sympathieträgern werden können.

Das Worldbuilding ist absolut faszinierend und wird im Laufe der Story extrem gut ausgestaltet. Wir erfahren alle nötigen Grundinformationen über die Ordnung dieser Gesellschaft bereits sehr früh im Buch, sodass man sich sehr gut in die Geschichte eingeführt fühlt. Besonders die "Entstehungssage", welche die Weltordnung erklärt, war absolut poetisch und faszinierend angelegt. Tröpfchenweise ergänzt Labas dann weitere Details, vervielfältigt die Bewohner dieses zukünftigen Nordamerikas; ergänzt die verschiedenen zwischenmenschlichen Strukturen. Hierbei haben wir es allerdings nicht mehr so recht mit einer Urban Fantasy-Welt zu tun. Zum einen beginnt die Handlung zwar im städtischen Setting, bewegt sich jedoch dann daraus fort. Zum anderen ist die Welt deutlich dystopischer angehaucht, da wir es hier längst nicht mehr mit einer Welt zu tun haben, die unserer abgesehen von der übernatürlichen Bevölkerung gleicht.

Ein großer Pluspunkt ist außerdem Laura Labas' Schreibstil. Er fließt äußerst angenehm, die Wortwahl ist den Beschreibungen immer angemessen und lässt die Welt lebendig erscheinen, ohne zu schnörkelig zu sein und den Leser mit Wortspielen, Metaphern und Vergleichen zu übergießen. 

Dadurch hat der Stil eindeutig dazu beigetragen, dass ich auch während des plot- und spannungstechnisch etwas schwächeren Mittelteils drangeblieben bin. Wo der Beginn der Geschichte und das letzte Drittel im Plot viel Fortschritt brachten, hatte die Mitte definitiv immer wieder kleinere Längen, an denen mir die Spannung und das Erkennen eines Ziels der Handlung abhanden kamen. Andere Aspekte der Geschichte und das wie gesagt gegen Ende wieder steigende Tempo konnten das aber sehr gut ausgleichen.

Fazit
Mit Ein Käfig aus Rache und Blut ist Laura Labas der Balanceakt zwischen Jugendbuch-, Urban Fantasy- und Dystopie-Elementen sehr gut gelungen. Geschaffen hat sie daraus die Geschichte einer mutigen und charakterstarken jungen Frau mit Ecken und Kanten, die sich weder von ihrer Vergangenheit noch von den Gefahren der Gegenwart unterkriegen lässt. Das dystopische Worldbuilding ist unglaublich düster und faszinierend und gleicht damit kleinere Schwächen im Charakterdesign der Nebenfiguren und im Tempo der Plotentwicklung gut aus.

4 von 5 Buchwelten

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