Freitag, 16. September 2016

Rezension "Empire of Storms" von Sarah J. Maas

(c)Goodreads
Rezension
Empire of Storms
von Sarah J. Maas

Bloomsbury
ISBN: 978-1408872895
Paperback mit 696 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Fantasy
Preis: ca. 7,99 €

Reihe: Throne of Glass #5
1. Throne of Glass
2. Crown of Midnight
3. Heir of Fire
4. Queen of Shadows
5. Empire of Storms
6. - noch kein Titel - (ET: September 2017)


Inhalt
The long path to the throne has only just begun for Aelin Galathynius. Loyalties have been broken and bought, friends have been lost and gained, and those who possess magic find themselves at odds with those who don't.
As the kingdoms of Erilea fracture around her, enemies must become allies if Aelin is to keep those she loves from falling to the dark forces poised to claim her world. With war looming on all horizons, the only chance for salvation lies in a desperate quest that may mark the end of everything Aelin holds dear.
Aelin's journey from assassin to queen has entranced millions across the globe, and this fifth installment will leave fans breathless. Will Aelin succeed in keeping her world from splintering, or will it all come crashing down? (c)Goodreads

Meine Meinung
Es gibt einen Grund, warum Sarah J. Maas' Bücher jedes Mal auf's neue zu meinen absoluten Favoriten aufsteigen: sie berühren mich, rufen so viele Emotionen hervor, dass es manchmal fast nicht zu ertragen ist.

Diese neueste Ergänzung der Throne of Glass-Reihe hat mich genauso, wenn nicht noch stärker ergriffen, als seine Vorgänger. 
Die Beziehungsstrukturen vertiefen sich - es bilden sich neue Allianzen, neue Zuneigung, neue Konstellationen. Und innerhalb dieser kommt keiner der Charaktere zum Stillstand, bei jeder Figur ist Entwicklung erkennbar und jeder Erzählstrang war dadurch lesenswert und spannend. Jede einzelne Maincast-Figur ist mir inzwischen so ans Herz gewachsen, dass ich auf jeder Seite mit ihnen litt, hoffte, fieberte. 

Trotzdem wird Aelin mit all ihren Macken, ihrer Arroganz und Geheimniskrämerei, immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Sie ist auf der einen Seite die brutale Kriegerin und Mörderin, auf der anderen Seite zu so vielen Opfern bereit, um nicht nur ihre Freunde, sondern ihr Land und ihre Leute zu schützen. Diese Ambivalenz war von Beginn an das spannendste an ihr und erneut entwickelt sie sich weiter, wird gezwungen, über sich hinauszuwachsen.
Daneben ist inzwischen tatsächlich Manon eine der interessantesten Figuren geworden. Ihre Wandlung hat sich in Queen of Shadows angekündigt und Maas hat sie für meine Begriffe völlig realistisch und kontinuierlich umgesetzt. Wo Manon etwas einen großen Schritt hin zur "hellen" Seite ihrer Selbst gemacht hat, ist Dorian finsterer geworden - was mich an einigen Stellen doch geschockt hat, jedoch infolge der Geschehnisse in Queen of Shadows durchaus verständlich und erwartbar ist. Nicht zuletzt durch diesen Gegensatz waren die gemeinsamen Szenen dieser beiden Charaktere im Buch immer wieder sehr interessant und überraschend.

Rowan macht vor allem in emotionaler Hinsicht endlich die lang ersehnten Fortschritte. Ja, haters gonna hate, die Hasstiraden in einigen Rezensionen nehmen kein Ende, aber man möchte anhand besagter Meinungen denken, Aelin und Rowan würden das ganze Buch über nur miteinander schlafen. Leute, kriegt euch bitte ein. Ja, Throne of Glass hat als Jugendbuch angefangen - obwohl ich es auch innerhalb dieses Genres eher ab 15/16 Jahren empfohlen hätte. Und ich bin schon immer der Meinung, dass es in gewisser Weise auch in den All Age/High Fantasy-Bereich hineinspielt. Aber genauso wie die Leser von Band Eins an gealtert sind, so ist eben auch diese Reihe in vielen Belangen gewachsen und deshalb für ein etwas älteres Publikum bestimmt (mal davon abgesehen ist heute sowieso kein(e) 16-Jährige(r) mehr so "unschuldig", dass ihm bei einer Sexszene ein Herzinfarkt entsteht). Für mein Dafürhalten ist Rowan ein wundervoller Held, der Aelin geholfen hat, zu wachsen und glücklich zu sein. Ich glaube nicht, dass andere Love Interests wie Dorian oder Chaol noch zu ihr passen. Ja, ich habe in den ersten Bänden auch mit Chaol oder Dorian geliebäugelt, aber keiner der beiden ist Aelin so ebenbürtig und gleichzeitig stabil genug, um mit ihrer Arroganz, aufbrausenden Art und vor allem der Bürde, die sie trägt, klarzukommen. Chaol und Dorian sind schließliech selbst noch dabei, sich zu finden. Und auch ich habe Sam und Celaena in Assassin's Blade geliebt, aber zu der Aelin, die sie in Heir of Fire und danach geworden ist, passt auch er nicht mehr.

Das Worldbuilding wird immer dichter, die Erzählstränge führen immer stärker zusammen; erneut wird deutlich, dass Maas' Geschichten alle - selbst die Novellen aus Assassin's Blade - ihre ganz eigene Bedeutung für das Gesamtbild haben. Zweifelsohne wird die Autorin daraus im letzten Band ein meisterhaftes Zusammenspiel kreieren. Durch multiple Höhe- bzw. Wendepunkte war die Spannung wie immer mit Händen greifbar und hat problemlos über die fast 700 Seiten getragen. Maas hat die Plot Twists perfektioniert. 

Absoluter Höhepunkt, Schockmoment und unübertroffen an Genialität wie Brutalität war das Ende dieses Bandes. Es war grausam. Physich wie psychisch grausam. Ich habe die letzten sechzig Seiten ernsthaft komplett durchgeheult - so sehr hat mich das alles mitgenommen und auch zerstört, überrascht, sogar wütend darauf gemacht, was Aelin hier angetan und eröffnet wird. Wenn ein Buch so etwas mit mir machen, mich völlig fertig machen und aufwühlen kann, dann hat die Autorin etwas richtig gemacht. Der Cliffhanger ist fies und er verspricht, dass dieser letzte Band nur phänomenal werden kann. Ich bin - freudig wie nervös und ängstlich - gespannt.

Über all die Emotionen hinaus lädt die Geschichte aber auch zum Nachdenken ein: was kann ein Mensch erdulden? Ist ein Krieg jemals gerechtfertigt? Welche Konsequenzen hat ein Krieg? Wie viel sollen und müssen Freiheit, Freundschaft und Frieden wert sein? Liest man zwischen den Zielen, bietet Empire of Storms zwar keine Antworten auf diese Fragen, aber zeigt den Kampf der Charaktere darum, das Richtige zu tun und diese Fragen für sich zu klären.

Fazit
Erneut übertrifft Mass mit dem aktuellen Roman Empire of Storms die Vorgänger dieser Ausnahmereihe, indem die Kämpfe noch epischer und entscheidender; die Charaktere noch tiefgründiger; die Beziehungsstrukturen noch interdependenter und gefühlvoller und das Worldbuilding und der Plot noch komplexer und detailreicher werden als bisher. Diese Reihe steht und fällt mit ihren Helden - den Haupt- wie Nebenfiguren -, welche dem treuen Leser inzwischen so nahe sind, dass die Emotionen bei jedem Geschehnis, bei jedem Leid und jeder Freude hochschießen. Ich blicke dem letzten Band mit viel Spannung, ein bisschen Angst und auch Wehmut entgegen, denn eigentlich will ich nicht, dass es danach vorbei ist - denn solch meisterhaft erzählte Geschichten entdeckt man nicht oft!

5 von 5 Buchwelten

Neugierig geworden?
Mehr zu "Empire of Storms": Goodreads, Amazon mit Leseprobe, Website der Autorin
Eine noch ausführlichere Buchbesprechung für Neugierige gibt es bei: Nazurka (5/5 Sterne)

Donnerstag, 8. September 2016

Rezension "A Promise of Fire" von Amanda Bouchet

(c)Goodreads
Rezension
A Promise of Fire
von Amanda Bouchet


Sourcebooks Casablanca
ISBN: 978-1492626015
Paperback mit 448 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Romantic/High Fantasy
Preis: ca. 7,30 €

Reihe: The Kingmaker Chronicles #1
1. A Promise of Fire
2. Breath of Fire (ET: Januar 2017)
3. Heart on Fire (ET: Mitte 2017)





Inhalt
Catalia "Cat" Fisa is a powerful clairvoyant known as the Kingmaker. This smart-mouthed soothsayer has no interest in her powers and would much rather fly under the radar, far from the clutches of her homicidal mother. But when an ambitious warlord captures her, she may not have a choice…
Griffin is intent on bringing peace to his newly conquered realm in the magic-deprived south. When he discovers Cat is the Kingmaker, he abducts her. But Cat will do everything in her power to avoid her dangerous destiny and battle her captor at every turn. Although up for the battle, Griffin would prefer for Cat to help his people willingly, and he's ready to do whatever it takes to coax her…even if that means falling in love with her.(c)Goodreads

Meine Meinung
Diese Geschichte ist ein Juwel. Ich weiß gar nicht, wie ich all meiner Begeisterung Ausdruck verleihen soll. Ich verehre jeden einzelnen Satz, jeden einzelnen Dialog, jeden einzelnen Charakter von A Promise of Fire und möchte am liebsten gleich noch mal von vorne anfangen, es zu lesen. Jeder Teil dieses Romans hat mich gepackt und nicht wieder losgelassen. 

Das Worldbuilding ist eine für mich neuartige Mischung aus High Fantasy-Elementen und griechischer Mythologie, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Natürlich spielt da mein Interesse für griechische Mythologie an sich hinein, doch auch so ist die Welt realistisch, komplex und logisch erbaut. Von Infodumping sind wir hier weit entfernt, wodurch es aber auch ein paar Seiten braucht, bis man die neuen Begriffe und das Zusammenwirken der Welt und ihrer Einwohner verstanden hat.
In diesem Setting spart die Autorin nicht an dramatischen Kampfszenen, in denen Cat ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit beweist, während sie an der Seite ihrer Begleiter gegen ihre und deren Gegner antritt. Nicht nur einmal bezahlt Cat dafür einen hohen Preis - denn Amanda Bouchet spart nicht an Blut und dem Willen, ihre Protagonisten in bedrohliche Situationen zu bringen.

Kern dieser Geschichte sind die wahnsinnig sympathischen Charaktere. Das fängt bei Cat und Griffin an. Cat als Hauptprotagonistin ist mit ihrer Sturheit und ihren Ausrastern weit davon entfernt, perfekt zu sein, was sie umso realistischer und liebenswerter macht. Sie hat viel Leid hinter sich, bemitleidet sich aber nicht selbst, sondern ist daran gewachsen, ohne in Verhalten oder Handeln fehlerlos zu werden. Das mehr hinter Cat steckt, merkt man sehr schnell.
Griffin ist der Inbegriff des starken, zielstrebigen Alphamännchens. Er weiß was er will, und bleibt hartnäckig in der Verfolgung seiner Ziele. Daneben hat er einen untrüglichen moralischen Kompass und sein Wunsch nach gerechter Herrschaft mit dem Willen, zu tun, was getan werden muss, ist bewundernswert.
Die Anziehung zwischen den beiden ist sehr schnell spürbar, die Annäherung erfolgt aber langsam und über einen längeren realistischen Zeitraum. Jede Szene zwischen den beiden - und das Buch ist voll davon, da die Protagonisten zu meiner Freude kaum räumlich getrennt wurden - hat Funken gesprüht. Sie diskutieren, streiten, bewerfen einander mit sarkastischen Kommentaren. Sie respektieren sich und helfen einander. Gott sei Dank ist das Buch bei weitem nicht frei von Kitsch und Drama - ich habe alles davon geliebt, könnte mir aber vorstellen, dass es anderen vielleicht nicht so geht.

Ein großer Teil der Wärme dieses Bandes machen die zahlreichen Nebenfiguren aus. Trotz der eher seltenen Auftritte von Cats Freunden aus dem Zirkus merkt man ihnen an, wie sehr sie Cat verbunden sind und welche Unterstützung sie ihr gegeben haben. Den größten Part nehmen die Mitglieder von Griffins innerem Kreis ein - Carver, Flynn, Kato (natürlich alle heißer als die Hölle). Diese drei werden schnell zu Cats Freunden und das Gekabbel zwischen ihnen brachte viel Witz mit sich. 
Fast zu gut um wahr zu sein war die herzliche Aufnahme Cats in Griffins royale Familie, die einfach nur niedlich und herzerwärmend ist. Das war beinahe schon zu viel des Guten, aber mir ging dank meiner Kitschneigung zusammen mit Cat das Herz auf.

Fazit
Ich habe den zweiten Band schon vorbestellt. Wenn dieser all die Liebe zwischen Cat und Griffin und die Freundschaft und Familiengemeinschaft mit den Nebenfiguren erweitert; und die Komplexität und Realistik des Worldbuildings sowie die Spannung und Rasanz des Plots aufrechterhält, dann wird er wohl einen Bonusstern bekommen müssen! Ich kann es kaum erwarten, in diese Welt nach Thalyria zurückzukehren!

5 von 5 Buchwelten

Neugierig geworden?
Mehr zu "A Promise of Fire" auf: GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autoren

P.S.: Auch wenn es in mehreren Reviews und Beschreibungen getan wurde, kann man A Promise of Fire und Ilona Andrews eigentlich meiner Meinung nach überhaupt nicht miteinander vergleichen (auch wenn ich beides klasse finde)!

Sonntag, 28. August 2016

Gelesenes im August und Neuerscheinungen im September 2016

Hallo ihr Lieben!
Im August konnte ich entgegen meiner Befürchtungen mal wieder ordentlich was lesen! Es schadet der Statistik zwar auch nicht, dass vier der gelesenen Titel Novellen, und damit nicht ganz so umfangreich, waren - aber insgesamt bin ich mit meiner Quote höchst zu frieden:


Gelesen im August 2016: 11

1. Double Time (Sinners on Tour #5) von Olivia Cunning (4/5 Sterne)






7. A Promise of Fire (Kingmaker Chronicles #1) von Amanda Bouchet (5/5 Sterne)


9. Magic Burns (Kate Daniels #2) von Ilona Andrews (Reread, 5/5 Sterne)

10. Lions: Wilde Begierde (Pride #4) von G. A. Aiken (3/5 Sterne)

11. Erwachsen werd ich (vielleicht) später von Sarah Andersen (4/5 Sterne)

Unschwer erkennbar ist, dass der August ganz im Zeichen des Autorenduos Ilona Andrews und ihrer Kate Daniels-Reihe stand. Der achte Band war für mich ob der endlich von Kate und Curran gemeinsam betriebenen Fallarbeit eine wunderbare Ergänzung zur Reihe und bei der Gelegenheit habe ich gleich einen meiner Lieblingsbände der Reihe gerereaded und alle Novellen aufgeholt, die mir bisher in der Reihe noch fehlten.
Das Highlight des Monats war eine Überraschung auf ganzer Linie: A Promise of Fire habe ich mehr aus einem guten Gefühl heraus gekauft und es war jeden Cent wert!

Und sonst noch im August:
Neben einer Rezension zu Ein neuer Morgen von Ilona Andrews habe ich tatsächlich einen Laberpost geschrieben. Jaaa, ich habe es wirklich gepackt und mir von der Seele geschrieben, warum ich inzwischen immer mehr eBooks lese und meinen Printbuchbestand zu verkleinern versuche.

Was im September los sein wird:
Der regelmäßige Leser mag es ahnen: Überraschung! Ich habe wenig Freizeit! Ab morgen bin ich im 4-wöchigen Fachdidaktischen Praktikum (weswegen ich den Monatsabschluss auch vorzeitig poste), und das ist in der Regel mit sehr viel Arbeit verbunden, denn ich muss nicht nur in die Schule und dort hospitieren und unterrichten, sondern meine Stunden auch vorbereiten - und das dauert länger und ist nervenzehrender als alles andere.
Und das ärgert mich, denn im September erscheinen so viele Neuerscheinungen, die ich vorbestellt habe und U-N-B-E-D-I-N-G-T lesen will, wie noch in keinem Monat diesen Jahres:

Interessante Neuerscheinungen im September 2016



Die letzten Monate waren die Neuerscheinungen so lala, die überwiegende Mehrheit war ein Kann oder ein Vielleicht. Ausgerechnet im September sind jetzt gleich 4 Titel dabei, die ich unbedingt haben und lesen muss. Und ich habe keine Zeit. Manchmal ist das Leben wirklich reine Ironie. Was würde ich darum geben, wenigstens eines dieser Bücher schon im August in die Hände bekommen zu haben! Zu Empire of Storms muss ich wohl gar nichts sagen, dass habe ich vorbestellt, seit es den Titel auf Amazon gibt und ich will es schon seit letzten September unbedingt zwischen die Finger bekommen. Monster Geek und Pyrit sind Titel von für mich neuen Autoren, auf die ich total scharf bin und die im eBook-Format bei mir einziehen werden. Zuletzt ist da noch Magic Binds - und nach meinem verrückten Kate Daniels-Marathon im August werde ich es diesmal definitiv nicht aushalten, auf die deutsche Übersetzung zu warten. Da wird das englische eBook so schnell wie möglich dran glauben.

Ist eure Wunschliste für den September auch so brechend voll?
Liebe Grüße, Jasmin.

Donnerstag, 18. August 2016

Printbuch vs. eBook: Klasse vs. Masse?

Hallo, ihr Lieben!
Ich habe den Laberpost angekündigt - und ich habe es tatsächlich geschafft, ihn zu schreiben! Der Posttitel mag jetzt erstmal wenig aufschlussreich klingen, aber vielleicht ahnt ihr, worum es geht. In letzter Zeit, beginnend mit dem letzten Jahr, kaufe ich weniger Printbücher und lese fast die Hälfte meiner Lektüre als digitale Ausgaben. 

Inzwischen hat sich dieses Verhalten nun eingeschliffen und ich kann durchaus sagen, dass ich nur noch Bücher als Printausgaben kaufe, von denen ich weiß, dass sie mir extrem gut gefallen werden. Ergo sind das meist Reihenfortsetzungen oder Bücher von Autoren, die ich seit langem sehr gern verfolge. Probiere ich neue Reihen oder Autoren aus, dann passiert das neuerdings vor allem im eBook-Format (Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel).  

Die einfache Gleichung ist also Printbuch = Klasse, eBook = Masse

Und so soll es irgendwann in Zukunft auch in meinem Bücherregal aussehen, denn ein Hauptgrund für diese Entwicklung ist eine Erkenntnis, die ich während einiger Umzüge und Wohnungseinrichtungen bei Freunden und Familie gewonnen habe. Eine liebe Freundin ist im vergangenen Jahr umgezogen. Der ewige Traum des Bücherwurms von der eigenen kleinen Bibliothek hat auch sie nicht verschont, dazu kommt bei ihr noch dieselbe Sammelleidenschaft für Filme und Serien. Beim Umziehen ist aber genau dieses Sammelhobby sehr anstregend, denn die Bücher müssen wie alles andere auch von der alten in die neue Wohnung umgelagert werden. Dazu kommt, dass diese Bücher, DVDs und Blu-Rays natürlich ihren Platz beanspruchen, ganz klar. Je mehr es werden, desto problematischer wird das, wenn man es sich eben nicht leisten kann, eine große Wohnung mit extra "Bibliothek" zu mieten. Dasselbe Dilemma habe ich im vergangenen Monat erlebt, als meine ebenfalls sehr lesefreudige Mama umgezogen ist.

Dadurch hat sich meine Sicht auf das allseits - auch von mir - geliebte Printbuch ein wenig verschoben. Bücher sind Schätze und werden es für mich immer bleiben - aber wenn es im Leben gilt, freiwillig oder unfreiwillig räumlich flexibel sein zu müssen, dann können sie auch zum Ballast werden. Und ein bisschen Ballast abzuwerfen, ist gar nicht so schlecht. Nicht jeder mag das so empfinden, aber meine Perspektive hat sich in diese Richtung entwickelt.

Daher kommt es also, dass ich nicht mehr alle Bücher im Printformat kaufe, sondern vermehrt auf die digitale Version zurückgreife. Dabei spielen natürlich auch noch andere Faktoren als das Platzargument eine Rolle: zum Beispiel sind gerade englische eBooks oft billiger als ihre Printpendants, der Kindle ist leicht mitzunehmen und man hat seine vielen vielen Bücher immer dabei. Nicht zuletzt werden die eBooks immer in der digitalen Bibliothek verbleiben, ich bin nicht gezwungen, sie auszusortieren und kann jederzeit, egal wie lange es her ist, zu den Geschichten zurückkehren. All diese Vorteile kennt ihr, da erzähle ich nichts Neues.

Schwieriger wird es, wenn ich etappenweise meinen bereits gekauften Printbestand verkleinern will. Oftmals wünschte ich dann, ein Printbuch in das digitale Buch umtauschen zu können, da ich die Geschichten doch nicht loslassen will. Schweren Herzens habe ich mich diesen Frühling von fast 100 Taschenbüchern getrennt, im Herbst werden viele Jugendbücher folgen. Dann bricht es mir schon gelegentlich ein bisschen das Bücherherz, dass meine gesammelten Bücher mir so sehr wie Ballast vorkommen und ich sie nicht mehr mit ungetrübter Sammler- und Leserfreude im Regal betrachte. 

So verabschiede ich mich also vom Traum der eigenen kleinen Bibliothek und gebe mich mit meinem Regal zufrieden. Ich blicke diesem Wunsch mit einem weinenden und einem lachenden Auge nach. Manchmal tue ich ihn als romantisch ab, manchmal als kindisch; manchmal überlege ich, ob es richtig ist, sich von so vielen Buchschätzen zu trennen bzw. sie nicht mehr als Papierstapel sondern als 45 KB-Datei zu kaufen. Manchmal denke ich, dass ich damit wieder einen Jugendtraum dem Erwachsensein geopfert habe (auch wenn's pathetisch klingt). Dann komme ich über diese Melancholie aber doch hinweg, denn ich werde sie ja lange nicht alle weggeben. Es sollen nur nicht mehr so viele sein, dass es sich wie Ballast anfühlt. 

Wie steht ihr zu den beiden Formaten? Wem hat diese unromantische Anti-Printbuch-Proklamation nur ein Kopfschütteln entlockt? Erzählt es mir!
Liebe Grüße, Eure Jasmin.

P.S.: Im Herbst werde ich im Zuge einer Bestandverkleinerung Jugendbücher ziehen lassen müssen. Vor allem Hardcover. Wenn jemand gegen Erstattung der Versandkosten einen ganzen Schwung nehmen möchte, um ihnen ein schönes neues zu Hause zu geben, könnte er sich gerne schon einmal per Mail bei mir voranmelden.